Lauenburger Stipendiaten 2012: Katrin Pieczonka

Stipendiatin

Katrin Pieczonka stammt aus Kiel. Dort besuchte sie die Humboldt-Schule. Nach dem Abitur studierte sie von 1993 bis 1999 Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur und Volkskunde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Universität Hamburg.  Danach kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und  absolvierte von 2000 bis 2005 ein Studium der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Elisabeth Wagner, Peter Nagel und Birgit Jensen. Seit  2008 lebt und arbeitet sie als freie Künstlerin in Hamburg.

Sie liebt die Leinwand und das das grosse Format. Als Vorlage für ihre Gemälde dienen ihr eigene Fotografien oder auch Schnappschüsse aus den  Fotoalben ihrer Eltern und Freunde. Bei der Auswahl interessiert sie das eher Nebensächliche und Beiläufige. Es geht in ihrer Arbeit um Erinnerung: Parkplätze, Einkaufszentren, Häfen und Berge. Lampen und Straßen, Tankstellen und Strände, verlassene Konzertsäle, Kreuzungen auf dem Land, ein abgestellter Wohnwagen. 

Pieczonka:“ Ich sammle Orte und lege sie in meinem Archiv ab; ich frage mich, wie die Erinnerung funktioniert und ob sie das Bild generiert  oder umgekehrt.“ Ihre Bilder wirken oft skizzenhaft. Ihre frühen Arbeiten erinnern mich mit ihrer kühlen, pastelligen Farbgebung, aber auch in den Sujets, in ihrer Eingefrorenheit des Moments an den amerikanischen Realisten Edward Hopper Im Gegensatz Hoppers sind ihre Bilder allerdings menschenleer. Zeigte er die Einsamkeit des modernen Menschen wirkt ihre Welt als sei die Menschheit bereits ausgestorben. In ihren aktuellen Arbeiten wird sie zunehmen abstrakter, schroffer. Es sind strukturelle Kompositionen in denen die Architektur die die frühen Arbeiten dominiert, nur noch marginal zitiert wird.

Frage: Woran arbeiten Sie gerade? 

Katrin Pieczonka: Meine Arbeiten entstehen immer aus dem Prozess heraus, sind also nicht im Vorfeld geplant, der gesamte Weg zum Bild befindet sich im Bild und ist häufig auch noch sichtbar oder zu erahnen. Die gegenständlichen Elemente stammen immer von realen Orten, an denen ich gewesen bin, von Fotos, die ich meist selbst gemacht habe. Diese Fotos dienen mir aber nur als Erinnerungsstütze und grobe Skizze, sie sind nur ein Anlass, damit die Malerei sich verselbständigen kann.

Zur Zeit arbeite ich an zwei Bildern - das eine ist ein kleines Format, auf dem Berge, eine Straßenlaterne und ein Spiegel aus einem Ort am Lago Maggiore auftauchen, und das andere wird wahrscheinlich eine Ansicht eines früheren Schlafzimmers von mir enthalten, aber so weit ist es noch nicht gediehen, dass ich das schon genau sagen könnte. Für eine Arbeit brauche ich meist zwischen 3 Wochen und zwei Monaten - manchmal ist es ein langer Prozess des Wegstellens und Wiederhervorholens, so lange, bis es stimmig ist.

Frage: Wie sind Sie auf das Künstlerhaus Lauenburg aufmerksam geworden?

Katrin Pieczonka: Das Künstlerhaus Lauenburg ist an der Muthesius-Kunsthochschule, wo ich studiert habe, ein Begriff, und ich kenne viele der ehemaligen Stipendiaten, weil dort ja fast jedes Jahr (oder jedes Jahr?) jemand aus Kiel ein Stipendium erhält.

Frage: Was erwarten Sie von Lauenburg? Haben Sie eine Vorstellung von der Stadt?

Katrin Pieczonka: Ich war leider noch nie in Lauenburg, aber habe schon öfter Bilder gesehen - im Internet, oder in den Nachrichten, wenn Elbe-Hochwasser war... und es erscheint mir sehr hübsch undbeschaulich, so natürlich gewachsen am Fluss, und so, als würde die Geschichte liebevoll gepflegt. Ich bin gespannt.

Frage: Werden Sie die ganze Zeit hier leben und arbeiten oder pendeln?

Katrin Pieczonka: Genau geplant habe ich noch nichts, aber wegen der nur mittelgroßen Entfernung denke ich, dass exs vermutlich eine Mischung wird und ich vermutlich immer einige intensive Arbeitstage am Stück in Lauenburg einlegen werde und dann zwischendurch aber auch immer mal wieder nach Hause fahren werde.

Frage: Gibt es vielleicht schon ein konkretes Projekt, eine Idee? 

Katrin Pieczonka: Da ich, s.o., immer eher spontan arbeite und sich meine Arbeiten meistens erst hinterher in Werkgruppen zusammenfassen lassen (oder manchmal auch gar nicht), lasse ich es eher auf mich zukommen. Aber ich will auf jeden Fall mit der Kamera losziehen und jede Menge Fotos für mein Archiv machen. Und dann möglicherweise gleich vor Ort etwas von den gefundenen Bildern verarbeiten. Wenn es der Platz erlaubt, am liebsten so großformatig, wie es geht. Mein Atelier ist Hamburg ist etwas beengt - ca. 25-30m², Deckenhöhe auch nur 2,60m, die ich mit einer Illustratorin teile (welche allerdings nur sehr bescheiden in einer Ecke am Schreibtisch residiert).

Kellergeister

Keller5
Keller_1
Keller3

Die Kellerei von Bouvet-Ladubay in Saumur wurde auf den Ruinen der L`Abbaye de Saint-Florent errichtet. Das im Volksmund auch „La Belle d´Anjou“ genannte Kloster wurde 1803 bis 1833 geschleift. Die gut erhaltenen Kellergewölbe stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Gänge, in denen sich zahlreiche Bauelemente und Skulpturen erhalten  sind insgesamt acht Kilometer lang und bilden ein verwirrendes Labyrinth, das noch heute genutzt wird u.a. zum lagern von rund 1.000 Barriques und den Magnumflaschen.

Mauerweinberg

Murs
Murs1
Murs2
Murs3
Murs4

Eine spektakuläre alte Weinbergsanlage in der Nähge von Saumur an der Loire: Le Clos l´entre des Murs von Château de Parnay. Angelegt in den Jahren 1898 bis 1904 von Antoine Cristal, daher im Volksmund auch "Clos Cristal" genannt. Der von Mauern umgebene und durchzogene Weinberg liegt auf dem Südufer der Loire auf dem Plateau. Ein Teil der Rebzeilen werden so gepflanzt und gezogen, dass sich die Füsse der einzelnen Pflanzen auf der Nordseite der Mauer und die Blätter bzw. die Trauben auf der Südseite direkt an der Mauer wachsen. Elf Mauern teilen den Weinberg in verschiedene Sektionen ein. Die Gesamtlänge der Mauern beträgt 1,2 Kilomteer. Das Lesegut wird traditionell an das örtliche Krankenhaus in Saumur abgegeben. Dort keltert man daraus einen begehrten Chenin blanc, dessen Erlös der Finanzierung des Spitals dient.  

Bratspargel

Spargelgebraten

Den Tipp für diese ebenso einfache wie schmackhafte Zubereitung habe ich vergangenen Samstag auf dem Wochenmarkt von unserer Spargelbäuerin aus Basedow erhalten und dafür drei von ihren extradicken Spargeln genommen. Die werden geschält und in dicke Scheiben geschnitten. Die Köpfe längs halbiert. Dann in einer Mischung aus Butter und Olivenöl vorsichtig braten (ca. 4 Minuten) mit Salz und Pfeffer würzen. Vor dem servieren frischen Zitronenthymian darüber geben und  schwenken. .   

Spargelrisotto mit Erbsen

Spargelrisotto

Für das Risotto zunächst ein, zwei fein gehackte Schalotten und etwas Knoblauchlauch in Olivenöl dünsten. Dann mit etwa Sauvignon blanc ablöschen Flüssigkeit verdampfen lassen, nochmals frisches Olivenöl dazugeben und den Reis kurz anrösten. Mit Hühnerbrühe  ablöschen und mit Spargelwasser aufgiessen. Salzen und pfeffern. Köcheln lassen. Nach ca. der Hälfte der Garzeit die Erbsen dazugeben und nach zwei Drittel die in kleine Stücke geschnittenen rohen Spargelstile. Zusammen fertigkochen. Vom Feuer nehmen und etwas kalte Butter und geriebenen Parmesankäse unterrühren

Die Spargelköpfe kurz blanchieren und längs halbieren. Mit etwas Zitronensaft und  gehacktem Kerbel marinieren. Lauwarm auf das Risotto geben.

Pochiertes Rotwein-Ei mit Morcheln

Morchelnundei

Auf die Idee für dieses Gericht hat mich Julien Bidet, einer meiner Schweizer Facebook-Kontakte, gebracht. 

Dafür habe ich das klassische Rezept aus Burgund – muss ich demnächst mal wieder ganz original machen - für Oeuf en meurette zugrunde gelegt und ein Ei in einer Mischung aus Wasser und Pinot noir mit etwas Balsamicoessig pochiert. Das Ei wurde auf einem Morchelragout angerichtet.

Für das Morchelragout habe ich die Pilze halbiert und in einer Mischung aus Olivenöl und Butter mit gehackter Schalotte angebraten mit  Pfeffer und Salz gewürzt und mit etwas Geflügelfond abgelöscht und köcheln lassen. Zum aromatisieren kamen fein gehackter Knoblauch und frische Kräuter dazu: Thymian Rosmarin, Salbei, Majoran und Kerbel.  Zum Schluss noch ein Löffel Sahne untergerührt und kurz aufgekocht. 

Spargel und Morcheln

Spargelmorcheln1

Es ist ein kurzes Zeitfenster von wenigen Wochen im Mai und Juni, in dem sich in Europa die Saison von Spargel und Morcheln überschneiden. Sie sind daher Bestandteil einiger klassischer Frühjahrsgerichte wie Leipziger Allerlei oder Bremer Kükenragout – beides sehr aufwendige Zubereitungen.  Ich habe es mir heute etwas einfacher gemacht. Heraus kam eine puristische, um nicht zu sagen minimalistische Kombination nach der Devise meines alten Freundes Josef Viehhauser: bring nie mehr als zwei oder drei Produkte gemeinsam auf den Teller. In diesem Fall ein Dreiklang aus Spargel, Morcheln und frischer Butter. 

Dafür werden die gründlich gesäuberten Morcheln längs halbiert und in Butter mit einem Schuss Olivenöl  angebraten. Etwas feingehackten Knoblauch und in feine Streifen geschnittenen Salbei dazugeben, mit Pfeffer und Salz würzen. Die noch heissen Spargel in frischer, kalter Butter schwenken anrichten und die Morcheln darüber geben. 

Lachs mit Schnittlauchspargel

Schnittlauchspargel

Für diese Zubereitung des frischen Basedower Spargels werden die Stangen geschält und die Köpfe  ca. kleinfing erlang abgeschnitten. Die Stile werden in dünne, ovale Scheiben geschnitten, die Köpfe längs halbiert. Den so präparierten Spargel in Butter dünsten mit Sauvignon blanc ablöschen, mit etwas Wasser aufgiessen und bissfest garen. Mit Pfeffer, Salz, etwas Muskatnuss und Zitronenschalenabrieb würzen.  Zwei Löffel Sahne unterziehen, aufkochen  und reichlich Schnittlauch dazugebe. Auf dem Teller anrichten und eine Tranche kurz gegrillten Lachs darauflegen, der innen noch leicht glasig sein sollte.   

Lauenburger Teller (11): Frühlingshuhn mit Spargel

 

(download)

 

Mit Ausnahme des Parmesan-Käses und der Gewürzmischung kamen auch für diesen Teller alle Produkte von lokalen Produzenten in und um Lauenburg: ein mit Mais gefüttertes Huhn vom Markt, Spargel vom Spargelhof Ehing in Basedow, Kräuter  vom Bauern aus den Vierlanden.

Das Huhn wird mit frischen Kräutern und Knoblauch gefüllt, mit Pfeffer,  Salz und und einer italienischen Gewürzmischung für Spaghetti aglio e olio gewürzt,  zusammengebunden und eine gute Stunde Stunde im Backofen gegart. 

Die gekochten Spargel in einer Mischung aus Butter mit etwas Olivenöl mit in Streifen geschnittenem Bärlauch schwenken. Etwas geriebenen Parmesan darüber geben.